Die Integration von ESG-Faktoren in Unternehmensstrategien hat weitreichende Auswirkungen auf verschiedene Aspekte des Geschäftsbetriebs, der Unternehmensführung und der finanziellen Performance. Hieraus können sich verschiedene Implikationen für die Umsatzsteuer ergeben. Darüber hinaus werden neue indirekte Steuern und Abgaben als Steuerungsmechanismus eingeführt, die es zu kennen gilt. Zusätzliche Komplexität ergibt sich aus unterschiedlichen Regelungsinhalten und Umsetzungen innerhalb der EU aber auch in Drittländern.
Umsatzsteuerliche Anreize und Begünstigungen
- In einigen Staaten schaffen die Regierungen Anreize über reduzierte Steuersätze oder gar Steuerbefreiungen für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Transparenz über den Umfang der Anreizsysteme sowie über die Voraussetzungen ist elementar.
- Förderung grüner Technologien: Bestimmte Produkte und Dienstleistungen werden darüber hinaus umsatzsteuerlich z.B. über den Nullsteuersatz begünstigt.
Supply Chain Management - Nachhaltige Lieferketten
- Unternehmen, die Wert auf ESG legen, können Lieferanten bevorzugen, die nachhaltige Praktiken anwenden. Dies könnte Auswirkungen auf die umsatzsteuerliche Würdigung der Lieferkette haben. Solche Änderungen in der Lieferkette können wiederum eine Prüfung bzw. Anpassung der Steuerfindung mit sich bringen.
Produktgestaltung und Preisstrategien - Nachhaltige Produktentwicklung
- Insbesondere im Zusammenhang mit der Kreislaufwirtschaft können sich bisherige Abfälle nun als Rohstoff qualifizieren - mit eventuell erforderlichen Anpassungen in der umsatzsteuerlichen Würdigung.
- Preisstrategien: Die Preisgestaltung für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen kann auch durch Ermäßigungen beeinflusst werden. Unternehmen sollten diese Ermäßigungen in ihre Preisstrategien einbeziehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Nicht immer werden Produkte zu gleichen Marktpreisen angeboten. Werden z.B. in bestimmten Ländern Produkte zu ermäßigten Preisen angeboten, ist die zutreffende umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage und ggf. die Berechtigung zum Vorsteuerabzug zu prüfen.
Neue Geschäftsmodelle
- Ein nachhaltiges Agieren am Markt kann zu neuen Geschäftsmodellen und neuen Angebotsstrukturen führen. Dies erfordert eine sorgsame Würdigung der zu Grunde liegenden Liefer- und Leistungsbeziehungen.
- Maßnahmen zur Kompensation des durch das eigene Verhalten geprägten Emissions-Fußabdrucks sind häufig durch vielschichtige Leistungsbeziehungen geprägt, die es zu kennen und zu würdigen gilt.
Mitarbeiterbindung und Nachhaltigkeitsmaßnahmen
- Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie werden regelmäßig auch Maßnahmen umgesetzt, die Mitarbeitern zugute kommen bzw. Leistungen gegenüber den Mitarbeitern beeinflussen. Hier gilt es neben den lohnsteuerlichen auch die zutreffenden umsatzsteuerlichen Konsequenzen zutreffend zu ermitteln.
Regulatorische Veränderungen - neue indirekte Steuern und Abgaben
- Regierungen können Gesetze ändern oder neue Gesetze verabschieden, um ESG-Ziele zu unterstützen. Unternehmen müssen diese Änderungen genau verfolgen und ermitteln, welche Regelungen / Deklarationspflichten das eigene Geschäftsmodell betreffen. Dazu gehört das Verständnis der neuen Regelungen und deren Implementierung in die bestehenden Prozesse.
- Zukünftige Besteuerungstrends: Es ist wahrscheinlich, dass zukünftige Steuerpolitiken stärker auf ESG-Ziele ausgerichtet sein werden. Unternehmen sollten daher langfristig planen und in ihre Steuerstrategien die potenziellen Auswirkungen von Änderungen in den indirekten Steuern einbeziehen, die nachhaltiges Verhalten fördern.
Interne Prozesse und IT-Systeme - Optimierung der IT-Systeme
- Um den steigenden Anforderungen an die Compliance und die Berücksichtigung von ESG-Faktoren gerecht zu werden, sollten Unternehmen ihre IT-Systeme optimieren. Dies umfasst die Implementierung von Softwarelösungen, die ESG-Daten und relevante Informationen integrieren und automatisch verarbeiten können.
- Gleichfalls sollten Unternehmen sicherstellen, dass die für die Reportings erforderlichen Daten verfügbar sind und ein Zugriff bzw. eine Auswertbarkeit sichergestellt ist.
"Die Integration von ESG-Faktoren in die Unternehmensstrategie hat bedeutende Auswirkungen auf die Umsatzsteuer sowie auf weitere indirekte Steuern und Abgaben. Unternehmen sollten daher wichtige Aspekte im Blick behalten und geeignete Maßnahmen ergreifen, um sich auf die Veränderungen vorzubereiten.“
Umsatzsteuerliche Implikationen

- Änderungen in der Wertschöpfung: ESG-getriebene Anpassungen von internationalen Lieferketten sowie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle kann zu umsatzsteuerlichen Folgewirkungen führen.
- Nachhaltigkeitsstrategie: Aus den in der Nachhaltigkeitsstrategie festgelegten Zielen können sich in der Umsetzung umsatzsteuerliche Konsequenzen ergeben, die zu erkennen unabdingbar ist.
- CO2-Zertifikate: Sowohl beim Handel als auch bei der Erzeugung von CO2-Zertifikaten sowie bei der Kompensation des CO2-Ausstoßes bestehen umsatzsteuerliche Auswirkungen.

Weitere indirekte Implikationen

- Plastiksteuern: Sicherstellung, dass die verschiedenen Umsetzungen und die sich daraus ergebenden Verpflichtungen erkannt werden.
- Gesetzliche Vorgaben: Erkennen der sich aufgrund anderer Gesetze & Regularien ergebenden Verpflichtungen (insbesondere auch gegenüber Endabnehmern) und Sicherstellung einer zutreffenden Abbildung.
- „Umweltsteuern“: Identifizieren und Tracken neuer Verpflichtungen und der Umsetzung von EU-Vorgaben.

Compliance

- Deklarationspflichten: Sicherstellung, dass die sich lokal ergebenden Deklarationspflichten erkannt und umgesetzt werden.
- Tax Governance: Darstellung von ESG-Funktionen und -Transaktionen – auch in einem Tax CMS.
- Schnittstellenbeschreibung: Die relevanten Schnittstellen müssen identifiziert und eine Einbindung in definierten Fällen sichergestellt werden.

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