Steuerliche Transparenz & Nachhaltigkeit

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Nachhaltigkeitsaspekte bestimmen zunehmend den steuerlichen und rechtlichen Rahmen, in dem Unternehmen agieren. Das hat Auswirkungen auf die steuerliche Strategie, Kennzahlen und Compliance.

Steuerliche und rechtliche Aspekte gehören zu Nachhaltigkeitsrahmenwerken

Nachhaltigkeit gewinnt in steuerlicher und rechtlicher Hinsicht an Bedeutung. Denn die Europäische Union, nationale Gesetzgeber und andere Institutionen wie das International Sustainability Standards Board (ISSB) und die Global Reporting Initiative (GRI) lenken Nachhaltigkeitsziele auch durch Steuern und Abgaben sowie Zuschüsse und Subventionen. Deshalb gilt: Unternehmerische Entscheidungen mit Nachhaltigkeitsbezug, die Verantwortliche aufgrund von Änderungen des regulatorischen Umfelds oder aus anderen Gründen treffen, haben steuerliche und rechtliche Seiten, die bei der Entscheidung und Umsetzung von Beginn an berücksichtigt werden müssen, um jeweils die beste Lösung zu finden.

Veränderungen mit direktem ESG-Bezug ergeben sich durch Initiativen auf europäischer und nationaler Ebene sowie seitens der Standardsetzer für das Reporting. Die Vielzahl an Berichtspflichten verschiedener Akteure mit Bezug zu Steuern umfasst beispielsweise die Corporate Sustainability Reporting Directive, die EU-Taxonomie, die GRI 207: Tax 2019, die OECD Guidelines for Multinational Enterprises und das White Paper “Measuring Stakeholder Capitalism” des World Economic Forum, welches eine Total Tax Contribution vorsieht. Der GRI 207:Tax 2019, ein nicht verbindlicher Reporting-Standard, hat deshalb weiterhin Relevanz, weil EFRAG als Standardsetter des ESRS-Rahmenwerkes im Statement of Inter-Operability mit der GRI bestimmt hat, dass für alle wesentlichen Themen, für die es keinen ESRS-Standard gibt, das GRI-Rahmenwerk verpflichtend gilt. Dies trifft auch beim GRI 207: Tax 2019 zu. Veröffentlicht hat ihn die Global Reporting Initiative im Dezember 2019. Die GRI 207: Tax 2019 stellte erstmals internationale Anforderungen an das Nachhaltigkeitsreporting in Steuerrecht.

Auf nationaler Ebene sind etwa direkte Energiesteuern zu nennen, insbesondere die Kopplung von Energiesteuervergünstigungen für Industrieunternehmen an Energieeffizienzmaßnahmen. Plastiksteuern existieren bislang nicht in Deutschland, aber etwa seit dem 1. April 2022 im Vereinigten Königreich und seit dem 1. Januar 2023 in Italien. Mit Blick auf ESG ist außerdem das ab dem 1. Januar 2023 geltende Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz relevant, das Unternehmen umfassende Sorgfaltspflichten auferlegt.

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Steuerbelastung als Nachhaltigkeitsfaktor

Wollen Unternehmen künftig erfolgreich agieren, müssen sie ihr Handeln mehr und mehr auf Nachhaltigkeitsziele ausrichten. Daraus ergeben sich neue steuerliche und rechtliche Herausforderungen, die entsprechenden Regelungskreise gewinnen an Relevanz. Und sie erhalten eine zusätzliche Dimension: So kann beispielsweise die Belastung eines Unternehmens mit Energiesteuern zum Gradmesser dafür werden, wie ambitioniert und erfolgreich es auf dem Weg zur CO2-Neutralität ist. Vor diesem Hintergrund sollten Unternehmen umwelt-, klima- und weitere ESG-bezogene Chancen und Risiken mit Priorität analysieren, bewerten und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen.

Nachhaltigkeit als Standortfaktor

Auch Nachhaltigkeit als Standortfaktor gewinnt zunehmend an Bedeutung, da Unternehmen nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische und soziale Aspekte in ihre Standortwahl einbeziehen. Ein nachhaltiger Standort bietet nicht nur kurzfristige Vorteile, sondern trägt langfristig zur Resilienz und zum Erfolg des Unternehmens bei.

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Tax & Sustainability Dashboards

Unsere Tax & Sustainability Dashboards visualisieren die Standortentscheidung sowie den Impact zu den einzelnen Volkswirtschaften und Entwicklungstrends anhand eines UN-Datensatzes zu den Substainable Development Goals.

Wie die Transformation zu einer nachhaltigen Steuerpolitik gelingt

Was hat Nachhaltigkeit mit steuerlicher Transparenz zu tun? Diese Frage stellt sich spätestens seit Dezember 2019, als die Global Reporting Initiative (GRI) einen Standard verabschiedet hat: Die so genannte „GRI 207: Tax 2019” regelt im Detail, wie steuerliche Transparenzberichte zu erstellen sind.

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PwC-Studie: Steuertransparenz international in 2023

In steigender Bereitschaft berichten Unternehmen zu ihrer Steuerstrategie. Quantitative Angaben - wie ein Public CbCR oder eine Total Tax Contribution - nicht nur von den Vorreitern, sondern in breiter Anwendung werden für kommende Berichtszeiträume erwartet. Bereits im 3. Jahr in Folge veröffentlicht PwC eine Studie über die steuerliche Transparenzberichterstattung - erstmals auch international. Die Studie zeigt länder- und branchenspezifische Unterschiede auf und analysiert diese. Gegenstand der Studie sind 269 börsennotierte Unternehmen aus Brasilien, Deutschland, Irland, Österreich, der Schweiz, Spanien, Südafrika und dem Vereinigten Königreich, anhand deren öffentlichen Unternehmensberichte ein Datensatz von mehr als 40.000 einzelnen Daten erstellt wurde. Die Studie stellt damit den aktuell umfassendsten Überblick über die internationale steuerliche Transparenz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung im Jahr 2023 dar.

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Tax Strategy, Tax Transparency & Sustainability Reporting

Die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit und den steuerlichen sowie rechtlichen Aspekten von Unternehmen wird durch die Berichterstattung gemäß CSRD und des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) weiter gestärkt. Nachhaltigkeitsbemühungen beeinflussen nicht nur die Compliance, sondern bieten auch Chancen zur Steueroptimierung. Steuerliche Anreize können ein Schlüssel sein, um Unternehmen bei der Umsetzung nachhaltiger Praktiken zu motivieren. Dies betrifft:

  • energie- und klimarechtliche Fragestellungen,
  • Energie- sowie Umsatzsteuer und Zölle,
  • die Identifikation und Beantragung von Finanzierungs- und Fördermitteln,
  • Beihilfen und Subventionen,
  • Verrechnungspreismodelle, aber auch die Anforderungen von CBAM und Pillar II.

Die Integration von Nachhaltigkeitszielen in steuerliche und rechtliche Strategien hat nicht nur das Potenzial, das Unternehmensimage zu stärken, sondern auch langfristig finanzielle Vorteile zu schaffen. Es ist entscheidend, diese Verbindungen zu verstehen und strategisch zu nutzen. So lässt sich eine ganzheitliche und nachhaltige Unternehmensführung gewährleisten.

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und die Folgen

Bereit für eine neue Ära in der Nachhaltigkeitsberichterstattung? Zu wenige Unternehmen richten ihr Portfolio, ihre Angebote und Fähigkeiten bereits komplett auf die Chancen aus, die sich durch eine Fokussierung auf Nachhaltigkeit ergeben. Das könnte sich jedoch bald ändern. In naher Zukunft dürften sich immer mehr CEOs dazu entschließen, sich intensiv mit den strategischen und finanziellen Auswirkungen von Nachhaltigkeit zu befassen. Der Grund ist ein neuer Berichtsstandard der Europäischen Union: die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, die sogenannte Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Diese hat das Potenzial, die Agenda für Wertschöpfung im Unternehmen komplett umzukrempeln.

Studie zur Praxis der Betriebsprüfung in Deutschland

Unsere aktuelle Studie beleuchtet Trends in der Betriebsprüfung in Deutschland im Jahr 2024 und zeigt auf, wie Steuerfunktionen durch effizientes Management gut vorbereitet sind.

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Ihre Ansprechpartner:in

Prof. Dr. Arne Schnitger Partner, PwC Germany

arne.schnitger@pwc.com +49 151 12138039

Madeleine Kockrow Manager, PwC Germany

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Matthias Walz Partner, PwC Germany

matthias.walz@pwc.com +49 170 8591849

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